Wenn deine Welt plötzlich auf dem Kopf steht

(10.12.2017)

Eigentlich war alles wie immer. Es ist Sonntag – einer der besonderen Art und zwar der zweite Adventssonntag. Ich durfte ein bisschen länger schlafen als der Rest der Bande und bin ganz zerstrubbelt die Treppe hochgegangen um alle meine Jungs zu begrüßen. Das Tochterkind verbrachte den Vormittag noch bei ihrem Papa und sollte später am Nachmittag nach Hause kommen.

Während alle anderen schon gegessen haben, war mein Hunger nicht vorhanden. Also machte ich mir Wasser heiß und goss eine große Tasse Tee auf. Meine Fingerspitzen wärmten sich an dem warmen Porzellan und ich krabbelte nochmal unter die Decke auf dem Sofa. Genau in dem Moment begann es zu schneien. Erst viele kleine Flocken. Dann schwerer und große. Jeder Baum am Fenster wurde rasch mit einem weißen Mantel zugedeckt.

Ihr wisst ja, ich liebe, wirklich LIEBE den Schnee! Er weckt in mir so viele Kindheitserinnerungen, welche meine eigenen Kinder nur selten zur Verfügung stehen. Schnell rief ich dem Helden zu, dass wir uns am besten gleich auf den Weg machen um eine große Runde spazieren zu gehen und der kleinste Mann im Haus danach sein Mittagsschläfchen halten kann. Er fand die Idee toll und somit machten wir uns kurze Zeit später auf den Weg nach unten um uns fertig zu machen. 

Während er wickelt, bin ich nochmal schnell zur Toilette geflitzt. Nicht das ich später noch auf dem Weg meinen Tee los werden müsste. Beim Hände waschen kam mir eine verrückter Gedanke: Ich mache einen Schwangerschaftstest!

Ich war mittlerweile über eine Woche überfällig. Gedanken deswegen machte ich mir keine. Warum? Weil ich die letzten Monate viele Schwierigkeiten mit meinem, sonst wie ein Uhrwerk tickendes, Zyklus habe. Zuerst war er unterschiedlich lang. Dann hatte ich eine lange Zwischenblutung und die Diagnose einer vergrößerten Zyste am Eierstock. Ja, und in diesem Zyklus habe ich einen sehr frühen Eisprung bekommen. Als würde sich mit der „30“ in meinem Körper nochmal alles neu programmieren. Es dauerte einfach noch ein bisschen bis meine Regel kommt. Kein Problem.

Und doch… stehe ich da gerade am Waschbecken und denke über einen Schwangerschaftstest nach.

Ich hatte zur letzten Bestellung der Ovulationstest, deshalb bin ich auch immer sehr sicher was meinen Eisprung angeht, eine Menge Schnellteststreifen zum erkennen einer Schwangerschaft mitgesendet bekommen. Schaden kann es nicht, oder? Also versuchte ich mir nochmal einen letzten Tropfen Urin raus zu quetschen und jonglierte das Teststäbchen geschickt durch die Flüßigkeit.

Es vergeht keine Sekunde und der Teststrich läuft rot an.

Mir fällt alles aus dem Gesicht. Ich überlege: Wie war das nochmal? Zuerst Teststreifen und dann Kontrolllinie oder anders rum? Es fällt mir nicht ein. In der Zeit läuft auch der zweite Strich rot auf dem Test an.

O M G.

Ich bin nicht mehr Herr meiner Gedanken und Gesichtszüge und stürme aus dem Bad. Dem Helden mitten in die Arme. Wie verrückt halte ich ihm den Teststreifen unter die Nase und stottere wirr das ich schwanger bin. Schwanger. SCHWANGER!!
Wie konnte das sein? Ich meine ich weiß wie es funktioniert aber WIE KONNTE DAS SEIN???

Nach einer Stunde durch den Flur rennen, weinen, verstehen, sich angucken, nicht glauben könne, lachen, sich freuen, und wieder wie verrückt die Welt nicht verstehen, zeigt auch der zweite Test ganz eindeutig:

ICH BIN SCHWANGER.
Da wächst ein Baby in mir.
Unser viertes Kind.
Ein echtes Weihnachtswunder!

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