Irgendwie hat es sich eingependelt, dass meine Vorsorgetermine jeweils auf das Ende der aktuellen Schwangerschaftswoche liegen. Das passt meinem „organisiertem“ Dasein so gar nicht und mir wäre der erste Tag der neuen Woche viel lieber. Sieht einfach viel hübscher aus im Kopf. Das nenne ich einen klassischen Fall von „Monk“ sein. *lach*

Nun gut, so stand ich heute bei 15+6 und damit dem Ende der 16. Schwangerschaftswoche um 8 Uhr auf der Eingangsmatte meiner Frauenärztin. Theoretisch wäre heute mein erster Test bezüglich eines Schwangerschaftsdiabetes dran gewesen, deshalb die frühe Uhrzeit. Wir hatten aber im Termin davor besprochen, dass ich den Glucose-Toleranz-Test nicht machen werde. Ihr fragt euch nun sicherlich wie das sein kann, wenn man in der vorherigen Schwangerschaft einen insulinpflichtigen Diabetes hatte, aber ich habe mir dieses Thema sehr lange und sehr, sehr gründlich durch den Kopf gehen lassen und einen anderen Lösungsweg für mich gefunden. Dies würde hier aber den Rahmen sprengen, solltet ihr aber Interesse hierzu haben, lasse ich euch gerne an meinen Gedanken zu diesem Vorsorgepunkt teilhaben.

Jetzt brauchte ich also keine ekelhafte Zuckermischung zu mir nehmen und bedauerte die zwei Damen im Wartezimmer, welche es anstatt meiner mussten. Stattdessen wurde ich zum Herztöne anhören aufgerufen. Etwas verwirrt stolperte ich in den CTG-Raum und konnte mich nicht daran erinnern, das ich dies bereits in den letzten Schwangerschaften so früh musste. Also rollte ich meine Leggings über den Bauch und wartete auf den Gurt des Gerätes. Ich muss wohl ziemlich lustig ausgesehen haben, wie ich da mitten im Raum, wie ein Baum mit nacktem, runden Bauch stand und wartete, denn kaum betrat die Arzthelferin den Raum, musste sie laut lachen. 

Wir hatten aneinander vorbei gesprochen! Sie möchte zwar die Herztöne meines Kindes kontrollieren, aber würde dies mit einem einfachen Doppler, welchen ich auch Zuhause habe tun.
Also legte ich mich entspannt auf die Liege und sie begann die Suche nach dem kleinen Menschlein. Ich sag’s euch: Diese Sekunden bis sie den Herzschlag gefunden hat, können sich eine ganz schön lang ziehen. Aber ich bin voller Vertrauen in diesen kleinen Menschen und wusste, dass es sich einfach sehr gut verstecken kann um dem lautem Geräusch des Dopplers auszuweichen.
Schließlich hörten wir das kleine Herz, ganz klar und deutlich, bis es mit einem lautem Plopp wieder abgetaucht ist!

Erstaunlicherweise war das Blut abnehmen und Blutdruck messen danach total unkompliziert, das hatte ich so in den letzten drei Schwangerschaften zuvor noch nicht erlebt. Kurz danach durfte ich mich auch schon ins Ärztezimmer begeben und mich auf den Stuhl setzen. Selbstverständlich waren die Augen meiner Frauenärztin sehr groß, als sie meinen immer noch rot gepunkteten Körper sah. Ich klärte sie kurz bezüglich der letzten Krankheitswochen und dem Antibiotika-Desaster auf und sie sah mich mitleidig an. Dennoch bestand sie darauf, dass ich in Zukunft jegliches Penicillin meiden sollte, da sie nicht wissen möchte wie es beim nächsten Mal ausgehen könnte. Das war mir Warnung genug! Also ist nun eine offizielle Allergie in meinem Mutterpass sowie in meinem Kopf eingetragen.

Kommen wir zu den erfreulichen Sachen: Gebärmutter ist schön gewachsen und steht drei Fingerbreit unter meinem Nabel. Muttermund ist fest geschlossen! Alle Abstriche waren ebenso unauffällig und positiv, so das ich mich endlich auch auf die Liege zum Ultraschall legen durfte.
Augenblicklich tauchte der Kopf meines kleinen Schatzes auf dem Bildschirm auf. Einen Schwenk weiter sah man ein wild schlagendes Herz, das Zwerchfell, den Magen und die Blase. Das Menschlein reibt sich einmal über sein Gesicht und ich konnte alle fünf kleinen Finger zählen – Wahnsinn! Danach wollte sie zum „spannenden Teil“ kommen und ich konnte gerade noch entsetzt stottern, dass sie nicht zwischen die Beine gucken soll. Das war ganz schön knapp!
Ich hätte nie erwartet, dass es so schwierig sein würde das Geschlecht geheim zu halten, weil die Gefahr an jeder Ecke im Ultraschall lauert. Schließlich möchte ich mir den Moment nicht nehmen lassen aber die Überraschung ebenfalls nicht verderben. Hm, ich muss mir für da für den nächsten großen Ultraschalltermin, dem Organscreening, unbedingt noch eine gute Taktik überlegen!
Dafür gab es für mich dann eine kleine Bonusrunde mit der 3D-Einstellung vom Gesicht des kleinen Menschlein und ich sag’s euch: Da wird einem nochmal so viel mehr bewusst, dass da jemand in mir wohnt. Verrückt!

Ich habe mich auf jeden Fall sehr gefreut „ihn“ wiederzusehen. Ihn? Ja, in meinem Kopf ist das Menschlein ständig männlich. Vermutlich weil es einfach die Macht der Gewohnheit in den letzten Jahren war, immer von „ihm“ zu sprechen wenn es um meinen Bauchbewohner ging. Darauf hin meinte meine Ärztin ganz locker, dass das doch kein Problem sei! Es wäre dann einfach „der kleine Muckel“. Passend für Mädchen und einen Jungen! Einen Arbeitstitel hätten wir damit nun auch, was?

Muckel, soll ich dir was sagen?
Du bist jetzt schon nicht mehr aus unseren Herzen wegzudenken!
Ich freu mich so auf dich!

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