Saja4

Tun wir mal Butter bei die Fische: Meine Nerven sind zur Zeit sehr, sehr dünn. Der tägliche Spagat zwischen allen Rollen, die der Alltag so birgt und anderen plötzlichen Überraschungen, die einem das Leben nicht immer einfach machen, zerrt sehr an meinem, in der Regel, ausgeglichenem Gemüt.

Irgendwann Ende 2014 beschloss ich deshalb, mir eine kurze Alltagsauszeit mit der Püppi zu nehmen. Nachdem ich bereits im September mit dem Mini zur Hochzeit von Anna und Seb flog, war nun mein Tochterkind an der Reihe Exklusivzeit, in Pädagogenkreisen auch „Quality Time“ genannt, mit mir zu verbringen. Ein paar Tage ohne die kleinen Streitigkeiten und Diskussionen unter Geschwistern. Ohne große Rücksicht und Verständnis gegenüber ihrem kleinen Bruder. Dafür mit viel Zeit mit mir alleine, meinem Verständnis und altersgerechten Herausforderungen, welche nur auf sie abgestimmt sind.

Selbstverständlich versuchen wir jedem unserer Kinder auch im Alltag gerecht zu werden und bemühen uns um ein glückliches und zufriedenes Zusammenleben, aber ab und an ist mal der Wurm drin und dann tut eine Auszeit mehr als gut.

Saja2 Saja1 Saja5

Ursprünglich wollten wir diese Auszeit nutzen, um nochmal in ein Flugzeug steigen zu können, dies war aber SO teuer für ein kleines Wochenende, dass wir auf die Alternative „Deutsche Bahn“ umgestiegen sind. Natürlich lief das nicht so glatt wie geplant (wie so oft, wenn man mit dem Zug unterwegs ist…) aber im großen und ganzen hatten wir eine schöne Zugfahrt und ich eine vorbildlich liebe Tochter, die mir so groß und erwachsen vorkam wie noch nie. Sechs Stunden hat sie es ohne ein einziges Problem geschafft mit mir im Zug zu sitzen, sich zu beschäftigen und ausnahmslos gut auf mich zu hören.

Wir stiegen drei Mal um. Das ist normalerweise schon für mich alleine immer einer der größten Stresspunkte, aber auch diese hat sie ohne eine einzige Diskussion mitgemacht und mich prima dabei unterstützt – ich verspreche es euch: Alleine diese Zugfahrt hat unser „Mama-Tochter-Band“ hell leuchten und zeigen lassen, wie gut das zwischen uns klappt (…klappen kann).

Bei meiner Freundin angekommen haben wir sehr entspannte Tage verbracht. Wir haben gut gegessen, die frische „Landluft“ genossen, den üblichen Schnee vermisst, meine, wie auch die Liebe der Püppi zu Katzen neu entdeckt und die Abende mit einem leckeren Drink für die „Großen“ und tollen Gesprächen ausklingen lassen.

Ich habe in meinem Kalender genau so ein Wochenende für den Sommer wieder eingeplant. Himmel, tat das gut! Jetzt mache ich mich wieder an eure Auftragsarbeiten, den Probenähprojekten und meinen alltäglichen „Zirkusübungen“ zwischen meinen persönlichen Rollen.

Saja3 Saja6

3 Kommentare
  1. Hanna sagte:

    Oh wie schön! Dann wart ihr ja ganz in der Nähe von uns! Wo genau ist denn der Tierpark?
    Toll dass ihr so eine schöne Zeit hattet! So was könnte ich auch mal gebrauchen! ;)

    Liebste Grüße,
    Hanna

    Antworten
  2. MsPittili sagte:

    Ich weiß nicht, ob es sowas bei mir und meiner Mama früher gab. Aber: seit ich ausgezogen bin, haben wir regelmäßige Mädchen-Wochenenden, ohne Väter, Brüder und Männer, nur wir zwei. In denen wir Freundinnen und Mutter/Tocher sein können. Und das tut mir immer sehr gut.
    Schön, dass ihr damit so früh anfangt. :)

    Antworten
  3. Julia sagte:

    Hi Moni,
    das hört sich nach einem tollen Wochenende an! Super, dass du aufgrund deiner Ausbildung in die Richtung geschult bist und deshalb selbst erkennst, dass es nicht immer alles heiterer Sonnenschein ist und man selbst auch „Auszeiten“ benötigt, um danach wieder Kraft für den Alltag zu haben. Ich hätte mir in meiner Kindheit solche Mutter-Tochter-Ausflüge gewünscht, vielleicht wäre dann einiges besser gelaufen (sowohl für meine Mutter als auch für mich). Aber eine solche Reflektion des eigenen Handelns bzw. des eigenen Alltagslebens machen (leider) nicht alle. Ich selbst habe mir für mich fest vorgenommen, dass ich nicht nur mein berufliches sondern auch mein privates Handeln öfters auf den Prüfstand stelle, um selbst erkennen zu können, wann man etwas verbessern kann. Dabei werde ich mich hoffentlich an dein gelungenes Beispiel eines Mutter-Tochter-Ausflugs erinnern. Danke fürs Vorbild sein! Viele Grüße Julia

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.