9 Wochen und 5 Tage

„Ich war immer froh, wenn ich die 9. Woche geschafft hatte. Für mich war dann die erste risikoreiche Zeit vorbei“ erzählte mir Nina beim Besuch am Anfang der Woche als die zehnte Schwangerschaftswoche begann. Auch ich atme erstmal auf und freu mich, dass ich mittlerweile auch die zweite Monatsblutung verpasst habe. Auf Instagram hab ich euch ein bisschen von meinen Ängsten erzählt, als plötzlich alle typischen Schwangerschaftssymptome nicht mehr da waren und dass ich mich kaum freuen konnte, nicht mehr permanent die Übelkeit veratmen zu müssen.

War ich bereits in den ersten Schwangerschaften so ängstlich? Zum Teil ganz bestimmt.
Liebe bedeutet Sicherheit. Sicherheit bedeutet Verantwortung. Es gibt keine Verantwortung, wenn nicht auch ein paar Ängste vorhanden sind. Sicherlich spielt die vorangegangene Fehlgeburt auch eine Rolle, dass diese ersten zwölf Wochen ein Stückchen langsamer und zäher vergehen.

Dein Papa ist mir im Moment eine große Hilfe, wenn es um meine Ängste geht. Er fängt mich auf, beruhigt mich und schenkt mir Zuversicht durch seine positiven Gedanken. Alles ist gut.

Und weil alles gut ist, habe ich mich heute auch um eine Hebamme gekümmert. Die aktuelle Versicherungsproblematik macht diese ganze Geschichte zwar nicht einfach, vor allem wenn ab Sommer diese Gesetztesänderung tatsächlich in Kraft treten sollte, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich möchte auch meine dritte Schwangerschaft nicht ohne eine Hebamme an meiner Seite bestreiten. Dieses Mal werde ich alle Hebel in Bewegung setzen, um jemanden zu finden, der mich von Anfang bis Ende begleitet und möglicherweise den Gedanken einen Hausgeburt mit mir reifen lässt.

Kekse

Jetzt heißt es abwarten und (am liebsten im Moment Früchte-)Tee trinken und die freie Zeit mit meinen Liebsten genießen!

Denn die Weihnachtstage rücken immer näher und nach Geburtstag, Nikolaus und der Adventszeit sehne ich ich ein bisschen nach einem Ende. Der Dezember ist hier einfach schlichtweg immer pickepacke voll. Und all der Trubel und die Hektik machen mich müde.  Aber nur so lange bis dies wieder vergessen ist und die Vorfreude auf diese besondere Zeit wieder überhand nimmt.

Noch zwei Mal schlafen! <3

8 Wochen und 5 Tage

„Mama, mein Gefühl sagt, dass in deinem Bauch ein Mädchen ist“ erzählt mir meine Tochter am Morgen beim Haare kämmen und grinst. Auch im Kindergarten erzählen mir die Lieblingserzieher, wie sehr die Püppi von einem Ohr bis zum anderen strahlt und jedem von unserem Bauchglück erzählt. Ich möchte im selben Augenblick. in dem ich sowas erfahre, platzen vor Liebe.

Ich bin so dankbar dafür, zwei solch wunderbare Kinder zu haben, dass ich nie die richtigen Worte finden würde, welche meine Liebe zu den beiden ausdrücken könnten. Es ist schlichtweg ungreifbar und füllt mich dennoch voll und ganz aus.

Mein Hormonchaos beruhigt sich langsam wieder und meine Haut sieht nicht mehr aus wie die von zwölf pubertierenden Mädels auf einmal. Schnell mal auf Holz klopfen! Nur die Übelkeit, die möchte gar nicht mehr verschwinden und hat sich von „ab und zu mal abends“ zu einer mittelgroßen Vollkatastrophe entwickelt. Mir ist quasi nur noch schlecht. Ständig muss ich mich konzentrieren und die Übelkeit veratmen, um das Schlimmste zu verhindern.

Baby, ich meine irgendwas gehört zu haben, dass dies ein gutes Zeichen für ein Mädchen ist. Möchtest du da deine Schwester wohl jetzt schon in die Karten spielen? Ich würde mich freuen! Sehr sogar. Selbstverständlich brauchst du nicht beleidigt sein, sollte trotzdem etwas zwischen deinen Beinen baumeln, denn auch kleine Jungs haben hier ein tolles Leben – frag ruhig deinen großen Bruder! *zwinker*

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Ausserdem bin ich auf die Suche nach schönen Namen für dich gegangen. Eigentlich stehen diese schon eine ganze Weile fest. Egal für welches Geschlecht du dich entscheidest. Aber irgendwie stand mir der Sinn nach Neuem und ich habe tatsächlich ein paar schöne Exemplare gefunden, von denen selbst Papa begeistert war. Mal sehen, wo dies noch hinführt!  Weiterlesen

7 Wochen und 3 Tage

Heute ist ein so ereignisreicher Tag, dass ich um die Mittagszeit bereits total erschlagen bin. Die Nacht war kurz und der Morgen wunderbar. Deine große Schwester hat heute Geburtstag und wird sage und schreibe F Ü N F Jahre alt.

Fünf. Ich meine eine ganz Hand voll! Quasi schon fast erwachsen wenn es nach ihr geht. Du wirst es nicht besser treffen als mit ihr als große Schwester, dass sage ich dir. Sie selbst freut sich schon einen Keks wegen dir und kann es kaum abwarten bis du da bist. Das hast du übrigens geschickt gelöst bereits im nächsten Juli deine Zelte hier aufzuschlagen, denn somit bist du noch vor dem bisher größten Ereignis in der Laufbahn deiner große Schwester, dem Schuleintritt, da und lässt dir dadurch nicht die Show stehlen.

Nachdem mich bereits einige Tage ein starkes Ziehen und auch immer mal vereinzelte Muskelkrämpfe in den Mutterbändern begleitet, habe ich heute Vormittag gleich deinen großen Bruder geschnappt und bin mit ihm zur Frauenärztin gedüst, damit sie einmal nach dir schauen und mir ein Magnesium-Präparat verschreiben konnte.

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Du hast in sieben Tagen deine Körpergröße verdoppelt und dass nenne ich eine wahre Meisterleistung! Dein Herz schlägt nach wie vor unaufhörlich (auch wenn ich es kurzzeitig nicht direkt gesehen und deshalb fast selbst einen Herzinfarkt erlitten habe). Außerdem bin ich nach Ultraschall wie auch beim letzten Mal ein wenig weiter als der Zyklus bestimmt. Deshalb weiß ich immer nie genau was ich in den Titel schreiben soll. Aber solange die Ärztin nicht am Entbindungstermin dreht, belasse ich es bei 7+3 Wochen anstatt der 7+6 Wochen nach Ultraschall.

Ich bin auf jeden Fall nun hundemüde, nach über zwei Stunden im Wartezimmer und noch etlichen Busverspätungen dazu. Dein großer Bruder hat die Latte an gutem Benehmen mit zwei Jahren übrigens SEHR hoch gelegt, nur damit du es weißt. Hust.

6 Wochen und 4 Tage

Wenn einem gefühlt ganze Berglandschaften vom Herzen fallen, dann ist das so befreiend und erlösend wie es nur sein kann. Vorgestern war ein Tag, an dem mich mehrmals dieses Gefühl überrollt hat.

Es hat genau eine einzige Sekunde gedauert bis ich dich gesehen habe. Ob es jetzt dran lag, dass du mein drittes Kind bist, dass weiß ich nicht, aber als das typische wirre Schwarz/Weiß auf dem Bildschirm bei der Frauenärztin erschien, da war ich nicht verwirrt wegen des Wirrwarrs, sondern sah sofort dich. Deine Fruchthöhle, deinen Dottersack und ganz klar dich.

Dein Herzschlag war so kräftig und stark, dass selbst der Ärztin ein „Oh, sie sind aber schon ganz schön weit“ entwich. „Ich schätze 6+3… Oh, laut Ultraschall sogar 6+6“. Entweder habe ich mich also mit dem Eisprung vertan, was ich ehrlich gesagt weniger glaube, weil ich ihn eindeutig gespürt habe, oder aber du bist schlichtweg jetzt schon ein kleiner Riese. So wie der Rest deiner Familie.

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Du bist dennoch erst winzig kleine 7 mm groß und hast bereits ein Herz, welches kräftig und ständig schlägt. Wie verrückt dieses Wunder „Mensch“ doch ist, oder? Ich meine 7 mm… Das ist so klein wie ein Reiskorn. Noch nie hat ein Reiskorn so viel Bedeutung in meinem Leben gehabt! Auch sonst bist du zeitgerecht entwickelt und scheinst dich pudelwohl zu fühlen. Die Ärztin füllte auf meinen Wunsch einen weiteren Mutterpass aus, damit auch du diesen irgendwann in deiner Erinnerungskiste haben kannst und beglückwünschte mich mehrmals zu dieser Schwangerschaft.

Ich mag unsere neue Ärztin. Sie ist einfühlsam, ruhig und nicht so distanziert und kalt. Sie behandelt mich nicht wie ein alltägliches Objekt, sondern zeigt Interesse an mir als Menschen mit meiner individuellen Situation. Die „alte“ Ärztin war auch super, so ist das nicht, nur leider einfach zu weit weg und damit war das ein K.O.-Kriterium für unsere Zeit. Flexibilität steht in unserer Schwangerschaft nämlich an oberster Stelle. Schließlich muss der normale Wahnsinn Alltag nebenher trotzdem gemeistert werden.

Nun heißt es wieder literweise Blut zur Verfügung zu stellen, damit alle möglichen Tests gemacht werden können und sollte alles nach Plan verlaufen, so sehe ich dich noch vor Weihnachten wieder. Drei Wochen können wirklich furchtbar lang sein!

5 Wochen und 6 Tagen

Huch, jetzt ist die Woche irgendwie doch an mir vorbei geflogen! Wir haben aber auch eine Menge erledigt und geschafft. Ein wenig wehmütig bin ich jetzt schon und schmolle frierend unter meiner Decke. Mir ist nämlich seit Tagen kalt und dein Papa ist sich mittlerweile sicher, dass ich da wohl die nächste Eiskönigin zur Welt bringen werde! Die nächste und damit letzte Urlaubswoche wird sicherlich genauso schnell vorüber gehen. Dabei beginne ich erst jetzt, mich langsam vom ganzen Arbeits- und Alltagsstress zu erholen.

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Papa und ich haben nämlich ein exklusiv „kinderfreies“ (naja… fast, wenn man von dir als versteckten Passagier an Board absieht) Wochenende in einem Wellnesshotel verbracht. Himmel, war das herrlich! In Ruhe essen, welches wirklich köstlich war, auf dem Bett rum lümmeln und Filme gucken oder den Spa-Bereich des Hotels auf den Kopf stellen. Das eine oder andere Glas Wein hätte sicherlich auch gut in meinen Bauch gepasst, wenn du den Platz dort nicht bereits besetzen würdest. Dafür habe ich sehr leckere Crème brûlée gegessen und wegen dem fehlenden Glas Wein einfach noch eine zweite Portion genommen. So geht das!

Deine Geschwister durften ein Wellness-Wochenende bei Oma und Opa verbringen und glaub mir, du hast dir wirklich die besten Großeltern der Welt ausgesucht! Die beiden werden und wurden nämlich von oben bis unten verwöhnt und haben den Oma/Opa-Bonus voll ausspielen können. Ein bisschen (denke ich) waren sie sogar froh, auch mal eine Pause von uns zu haben. *zwinker*

Morgen ist der nächste Wochenwechsel und damit du nachher ja nicht sagen kannst, „Eh Mama, wieso gab es von mir keine Bauchfoto-Reihe“ habe ich heute direkt mal eins im Hotelzimmer geschossen. Ok, ok, an der Auflösung und dem restlichen Feintuning arbeite ich noch – versprochen!

Noch drei Mal schlafen!!!

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