14 Wochen und 6 Tage

14+6

Hallo Baby,

das waren aber auch lange fünf Wochen bis wir uns endlich wiedersehen durften. Auf verrückte Weise vergingen sie langsam und gleichzeitig ganz schnell. So viel ist passiert und hat sich verändert und deshalb fühlt es sich nach einem gewaltigen Zeitrahmen an.
Zum Glück ist aber Vorfreude bekanntlich die schönste Freude (Ob du diese auch schon empfinden kannst? Du dich fragst, wie es wohl hinter der rötlichen Bauchwand aussieht? Wie die Familie, welche immer so lieb zu dir spricht, aussieht, riecht und sich anfühlt?).

Am Morgen lief alles ganz hektisch. Deine Geschwister mussten Kita-tauglich gemacht werden. Gar nicht so einfach, wenn die Routine bei deiner Schwester eine Woche auf Eis gelegen hat (wegen einer dicken Bindehautentzündung) und dein Bruder das ganze Kita-Ding erst gerade kennenlernt. Heute war sein erster, ganzer Tag dort, mit allem, was dazugehört: Freispiel, Mittagessen und Mittagsschläfchen.

Das Verabschieden von den beiden hat Papa toll gemacht und mich dann am Bahnhof rausgeworfen, damit ich zur Ärztin fahren konnte. Mein Handy immer griffbereit, um im Notfall schnell wieder vom Stuhl dort zu springen und deinen Bruder aus der Kita zu holen. (War jedoch völlig unnötig, da er den Tag prima dort gemeistert hat!)

Die Routineuntersuchungen am Anfang verliefen wie immer:
Blutdruck messen (Nach wie vor eine Vollkatastrophe und Zuhause TipTop!), Wiegen (Zwei Kilo in fünf Wochen. Hust. Blöde Festtage.), Blutabnahme (Eisenwert gerade noch soweit ok, dass ich nicht mit Tabletten nachhelfen muss).

Eigentlich hätten wir uns heute auch gar nicht sehen können, weil die berüchtigten drei Ultraschalle es nicht zulassen und der nächste somit erst im Februar dran wäre. Deshalb habe ich eine Flatrate inklusive 3D-Ultraschall gebucht (Yeah! Ob du da kooperativer als deine Geschwister damals bist?) und konnte dich trotzdem treffen. Was soll ich noch groß sagen? Du bist atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe nämlich kaum gewagt Luft zu holen aus Angst, dass der Traum dann vorbei ist.

An dir ist alles dran. Du hast gewunken, am Daumen genuckelt, dich ganz lang gestreckt und dich von allen Seiten gezeigt. Auch zwischen deine Beine konnten wir einen kleinen Blick werfen, aber Frau Doktor wollte nicht verraten, welche Tendenz sie dort erkennt. Du bist schlichtweg zu klein. (Ich meine dort etwas gesehen zu haben, aber weil sowohl das eine, als auch das andere Geschlechtsteil zu dem Zeitpunkt deutlich durch „Abstehen“ zu sehen wäre, halte ich die Füße still)
Ganze 9,2cm bist du von Kopf bis Steiß lang und siehst so unglaublich menschlich aus. Nasenspitze, Fingerspitzen, Pöppes, zwei lange Beinchen, einen kleinen Dickkopf – einfach alles ist an seinem richtigen Platz!

In vier Wochen haben wir unser nächstes Treffen und auch Papa wird dabei sein. Und wieder ist die Vorfreude riesig!!

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